Unser Wappen auf "Platt"

Plattduitsch in Harrjehiusen

 

Die plattdeutsche Sprache ist ein wichtiges Kulturgut und muss erhalten

und gepflegt werden. Unter diesem Motto rief der damalige, leider viel zu

früh verstorbene 1. Vorsitzende Willi Meyer im August 2000 eine platt-

deutsche Gruppe im Heimat- und Geschichtsverein Harriehausen e.V.

ins Leben. Im Oktober 2000 fand eine erste Zusammenkunft statt, der

viele weitere folgten. Seitdem erfreut sich die Gruppe großer Beliebtheit

und es finden in den Monaten Oktober bis Mai regelmäßige Treffen statt.

In lockerer Runde werden Gespräche auf plattdeutsch geführt, wir sprechen

hier das Ostfälische Platt in der Harriehäuser Auslegung. Außerdem werden

Anekdoten aus früheren Tagen erzählt oder vorgelesen bzw. die Bedeutung

einzelner Wörter erklärt. Nicht alle können die plattdeutsche Sprache auch

sprechen, aber die meisten verstehen das Gesagte. Diese Abende sind auch

dazu gedacht, allen Interessierten die plattdeutsche Sprache näher zu

bringen.

Heute besteht die Gruppe aus ca. 25 Teilnehmer/Innen und trifft sich jeweils

am 1. Montag im Monat um 18:00 Uhr im Gasthaus Kulp in Harriehausen.

Neue Mitglieder bzw. Gäste sind gern gesehen und jederzeit willkommen.

Wer Interesse hat – einfach mal vorbei kommen.

 


 

Plattduitsche Vertelljen iut Harjehiusen
Uppeschriebn von Loni Meinecke 6.2.2006


1. Karl S. was mie` en Kurgast in Holte verafre`et. Segt hei tean Biueren uppen Felle, eck mött noch mal nahn Holte
un moinen verjettenen Wetzestoin halen,
da antwure ne de Biure, doin Wetzestoin is all fur ner halben Stunne
hoier rupper egahn.

2. En Biure will sparn un segt tea soiner Friue, sei solle moal koken leern,
denne könnet se de Kuksche sparn,
segt soine Friue, hei solle ierst moal richtig hökern leern,
denne könnet se den Gärtner spar`n.

3. Forsche un Scheaster Prächtig (Hühne)
Segt de aule Forsche (Kulp) tean aulen Scheaster Prächtig (Hühne)
„ In deunen Gaaren staht de Stoifel aber prächtig,“
„ jau segt de aule Prächtig(Hühne): datt gung ganz forsche.“

4. Erich S
harre fro`et : ne geburne Brakel. Soine Friu`e wort efraget , watt denne ühre Mann innen Berufe moket. Öt secht, hei is foor de lüttje Scheute (Feinmechaniker)

5. Biur M. wolle seck ne Manchesterhuuse köpen, da segt de Verköpersche“düsse passet ühne gaut, hätt en Reißverschluß aber hinnen, is davor aber en bettchen billier. Da segt seune Friu`e:“ hä drajet seck boi`en pinkel seawiesea ümme.

6. De aule Tante M. h ätt eknüttet un harre die Schiufladen middn Tweubäcken upen.
De Aule konne nich hüürn, un et knuspere den ganzen Ahmt. Denne segt se:“ Eck freise, eck mött watt warmet in`t Leuw hemm, sall eck Kaffe kuken, oder willt woi na`en Bedde gahn.

7. Tante T. stund boièn daschen uben innen Fake unn gaff de Bunne runner. De Friuslui`e harrn inner dameuligen Toit noch keune Unnerhusen an. Unnen stund en Mann, un namm de Bunne tean daschen aff. Niu pinkele se sea upplaus unn de Mann unnen harre en Rejenschiuer.

8. Ne Famoilie hätt 10 Kinnere, da segt dat Friusminsche, dat gaht nich mehr woier sea, eck glöbe, eck slape upp`n Boddn. Da antwure soin Mannsminsche, denne kume eck auck mie……….

9. Sneuer Batram soine Friu`e seggt tea soinen Manne:“ wat willt woi maken, wenn woi mal Ault sünd?“, antwuret hei:“ wenn oiner te ierst störwt, trecke eck na Hannauber.

10. Inner Wintertoit was Hiusslachten Gang un Gäbe, un an Abend
gaff et Wesper. De Pastur kümmt un fritt un fritt, da segt de Slachter:“ Herr Pastur, etet se auck mol en betten Käse, de slütt den Magen. Da segt de Pastur:“ hebbe eckk all probiert, boi meck slütt hei den Magen up.

11. Gustav R. was upper Briutschau un wurd efroget, off he wat
efunnen härre?“ Nej „seggt hei“, vur liüter Baiderwandsröcken kamm eck nich dran.

 


 

Plattduitsche Verse unn Woissagungen
uppeschrieb`n von Loni Meinecke
boi`n plattduitschen Ahmte
in Harriehiusen bette tean 14.3.2009

Hür man en betten tau,
wenn ein` de watt vertellt.
Hür man en betten tau,
un sett deck daboi dahl.
Hür man en betten tau,
wenn ein, de watt vertellt.
Hür man en betten tau,
un freue deck fur de Welt. (vertellt von A.Hielen)

wenn Fasnacht is, wenn Fasnacht is,
denn slacht moin Vader en Bock,
denn danzet moine Mudder,denn danzet meune Mudder
denn flücht de raue Rock. ( vertellt von Henny Meier)

Uben upp iusen Hiuse,
sittet twei junge Diuben,
de eine is kault, de annere is warm,
Onkel Meier nümmt soine Friue upp`n Arm. (vertellt von Henny Meier)

De Katte un de Magd, etet wenn et behagt,
De Knecht und de Hund, möttet toiben, bet watt kummt. (vertellt von W.Kulp)

Wenn iut`n Bui`l en Sack wert, rieget seck alle Timpen.

Wenn de Martinsgaus up`n Oise staht, et Christkind in`n Drecke gaht.

De lüttjen Luie hebbet de Tunge dichte an`n Ase

De Verwandten sünd wu Ratten, watt se nich ätet, sleppet se wech.

De beste Besoik is de, de abends in soinen Bedde slöppt.

Boi Lichtmess kunnen de Herr`n boi Dage eten, de Biure wenn Toit hätt, un de
Bettler wenn hei Jeld hätt.

Wer nich kümmt, klemmet seck en As nicht wischen de Dür.

Wenn`t keiner sächte, denne süp eck e`mal

Dochte sind keine Lüchten.

Hanrich sett de Krüllders upp, eck snartje dur

De Nabersche hätt Kaffe e`kuket, un de smecke auk prächtich, un öt secht:“ den härre
ühre Mann iut Brasoilien miebrecht. Sägt de Gast:“ dafur is hä aber schöne häit.“

Preckel hätt e`seggt:“ eck baffe deck wecke, datte Öllig pissest un Puffer schisst.

Upp`n Biuernhobbe: et is`n Jewitter un de Vader midd`n Jungen sitt upp`n Bodden.
Fröggt de Junge boi`n nächsten Blitz:“ Vader, sall eck et niu anstieken?“