Geschichte #

Im März 1983 wurde in Harriehausen ein Heimat- und Geschichtsverein ins Leben gerufen.

Dieser Verein hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, ein Wappen für Harriehausen zu schaffen.

J. Letzner, Pastor und nicht unumstrittener Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts, liefert eine
Beschreibung des Wappens von >Haringehusen<: Ein grüner Dannenbaum im güldenen Schilde.

Als dann >Hilwin< aus dem alten Adelsgeschlecht derer von >Haringehusen< den Junker

>Lando von Hartzhorn< heiratet, übernimmt dieser auch den Edelhof in Harriehausen und

führt in seinem Wappen fortan die Symbole beider Adelsfamilien:


                                In gespaltenem Schild vorne eine schwarze Hirschstange,

                                hinten einen grünen Tannenbaum.


Der Heimat- und Geschichtsverein rief die Bevölkerung auf, mit diesen Vorgaben ein Wappen für

Harriehausen zu entwerfen. Es wurden neun Entwürfe eingereicht. Der Verein nahm dann Kontakt

mit dem Heraldiker Krieg in Braunschweig auf. Dieser legte sieben Entwürfe vor. Nach vielen

Diskussionen und vielen Änderungen und Korrekturen konnte schließlich im April 1984 das Wappen

für Harriehausen nach einem Entwurf von Krieg der Öffentlichkeit vorgestellt werden:


         In von Silber und Rot gespaltenem Schild, über einem Wellenband, das den Schild über dem

         Schildfuß in verwechselten Farben durchzieht, vorne in Silber eine grüne Tanne, hinten in Rot

        eine goldene Ähre. Im Schildfuß eine vorne in Schwarz, hinten in Gold nach innen gebogene

        Hirschstange.


Die Tanne ist aus dem Wappen der Herren von Haringehusen übernommen.
Die Hirschstange stammt aus dem Wappen derer von Hartzhorn.
Das Wellenband soll die Eterna darstellen, die einst die Grenze zwischen dem Bistum Hildesheim

und Chur-Mainz bildete.Die goldene Ähre wurde in das Wappen aufgenommen, um die Landwirt-

schaft als wichtigen Erwerbszweig hinzuweisen. Die Tingierung in Rot und Weiß wurde bewusst

gewählt, um auf die einstige Zugehörigkeit zum Land Hannover hinzuweisen.

Die Kombination Schwarz und Gold im Schildfuß entspricht den Farben von Gandersheim.

 

Harriehausen


Harriehausen wird in der Urkunde Ottos II. aus dem Jahre 973 erstmals als Haringgahusen erwähnt.


Um das Jahr 1000 gehörte das Dorf zum Bistum Hildesheim. Zinspflichtig war es dem Kloster in

Bad Gandersheim. Das Kloster erbaute wahrscheinlich -auch im 11 . Jahrhundert die erste Kirche

des Dorfes. Anno 1220 wird die Gemeinde Harriehausen in der Gandersheimer Klosterakten

genannt. Um 1620 gehörte zur Kirche nur das Oberdorf. Das Unterdorf hatte seit  1570 eine

eigene Kapelle. Um 1620 wurde diese Kapelle abgetragen. Die Bewohner des Unterdorfes gingen nun

zur Kirche nach Ellierode. An einem Sonntag, noch im Dreißigjährigen Krieg, wurde das Unterdorf

von Tillys Soldaten während des Gottesdienstes ausgeplündert. Daraufhin wurde das Unterdorf nun

auch politisch mit dem Oberdorf verbunden. Beide Teile fielen an das Fürstentum Göttingen-Grubenhagen.
Harriehausen unterstand dem Amtmann Westerhof . Er war auch der Gerichtsherr. Ihm musste der

Zehnte abgeliefert werden. Auf der Domäne, die ihm unterstand, mussten Hand- und Spanndienste

geleistet werden. Erst um 1850 hörte diese Steuerpflicht auf. Harriehausen war über Jahrhunderte

Grenzort. Zeitweise verlief sogar die Landesgrenze durch das Dorf, etwa an der Eterna entlang. Das

Oberdorf gehörte zum Fürstentum Göttingen, das Unterdorf zu Braunschweig- Wolfenbüttel.
So ist es nicht verwunderlich, dass Harriehausen dieses Geschick eines Grenzortes auch in den letzten

Jahrzehnten zu spüren bekam. Seit der Bildung von Landkreisen gehörte Harriehausen zum Landkreis

Osterode am Harz. Am l. März 1974 kam Harriehausen zu dem Landkreis Bad Gandersheim und wurde

in die Stadt Bad Gandersheim mit eingegliedert. Nach Auflösung des Landkreises Gandersheim wurde

Harriehausen auf Grund des Achten Gesetzes Verwaltung-und Gebietsreform in Niedersachsen am

1. August 1977 dem Landkreis Northeim zugeschlagen.